Sicherungsautomaten
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Fragen & Antworten
Kurze Direktantwort: Der FI-Schalter schützt Ihr Leben vor Stromschlägen, der Sicherungsautomat schützt Ihre Kabel vor Überlastung und Brand - Sie brauchen beides!
Detaillierte Erklärung: Diese Verwechslung passiert ständig. In Foren liest man dauernd "mein FI ist rausgeflogen", wenn eigentlich die Sicherung, also der LS-Schalter gemeint ist.
Der FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter, auch RCD) ist Ihr persönlicher Lebensretter. Er überwacht permanent, ob irgendwo Strom "verloren geht" - zum Beispiel durch Ihren Körper, wenn Sie versehentlich an einen defekten Draht fassen. Schon bei winzigen 30 Milliampere löst er blitzschnell aus - schneller als Ihr Herz einmal schlägt.
Der Sicherungsautomat (Leitungsschutzschalter oder LS-Schalter) ist dagegen der Wächter Ihrer Kabel. Hängen zu viele Geräte an einer Steckdose? Gibt's einen Kurzschluss durch defekte Kabel? Zack - er unterbricht den Stromkreis, bevor die Leitungen überhitzen und ein Brand entstehen kann.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Sie können nicht einen durch den anderen ersetzen! Moderne Anlagen haben beides, ältere oft nur Sicherungsautomaten - da fehlt dann der lebenswichtige Personenschutz. Nach DIN VDE 0100-410 sind FI-Schalter für alle Steckdosenstromkreise seit 2007 Pflicht.
Kurze Direktantwort: Entweder laufen noch andere Geräte am selben Stromkreis oder Ihre Sicherung ist alt und überempfindlich - beides typische Altbau-Probleme.
Detaillierte Erklärung: Rechnen wir kurz nach: 2000W bei 230V sind nur 8,7A - theoretisch kein Problem für eine 16A-Sicherung. Aber hier kommt der Haken:
Versteckte Verbraucher sind die Übeltäter! In Altbauten hängen oft mehrere Räume an einem Stromkreis. Klassische Falle: Der Wasserkocher (2000W = 8,7A) läuft zusammen mit der Kaffeemaschine im Nebenzimmer (1200W = 5,2A) und dem Toaster (800W = 3,5A). Macht zusammen 17,4A -Peng, Sicherung raus!
Noch fieser: Alte H-Automaten (vor 1994) sind hypersensibel. Sie lösen schon bei kleinsten Lastspitzen aus. Moderne B16-Automaten vertragen kurzzeitig sogar 23A ohne auszulösen - das ist die thermische Toleranz nach DIN EN 60898-1.
⚠️ Sicherheitswarnung: Niemals einfach eine stärkere Sicherung einbauen! Die 16A-Absicherung ist auf den Kabelquerschnitt (meist 1,5mm²) abgestimmt. Eine 20A-Sicherung könnte die Leitung überlasten; akute Brandgefahr.
Die Lösungen:
- Sofort: Geräte auf verschiedene Steckdosen in unterschiedlichen Räumen verteilen
- Clever: Nie Wasserkocher und Kaffeemaschine gleichzeitig
- Dauerhaft: Elektriker prüfen lassen, ob separate Stromkreise möglich sind
Kurze Direktantwort: B16 für normale Haushaltsgeräte und Beleuchtung, C16 nur bei Geräten mit hohen Einschaltströmen wie Motoren oder vielen LED-Lampen gleichzeitig.
Detaillierte Erklärung: Die Buchstaben beschreiben, wie schnell und mit welcher Auslösecharakteristik die Sicherung bei Überlast reagiert und da gibt's große Unterschiede!
B-Charakteristik: Löst beim 3- bis 5-fachen Nennstrom aus (bei B16 also zwischen 48-80A). Perfekt für normale Haushaltslasten wie Steckdosen, einzelne Lampen, TV, Computer. B-Automaten sind sensibler und schützen Ihre Leitungen besser.
C-Charakteristik: Erst beim 5- bis 10-fachen (bei C16 zwischen 80-160A). Toleriert kurze Stromspitzen besser, ideal für:
- Waschmaschinen und Geschirrspüler (Motoren)
- Viele LED-Lampen an einem Schalter (Einschaltströme der Treiber)
- Werkstattmaschinen
- Klimaanlagen
Der häufigste Irrtum: "C ist moderner/besser als B" - Quatsch! C-Automaten reagieren träger, lösen also erst bei höheren Belastungen aus, während B16 schneller auslöst und somit insbesondere in Altbauten besser schützt, da es dort gefährlich sein kann, wenn eine C-Sicherung zu langsam reagiert, wenn die Kabel schon lange am Limit sind. Die C-Charakteristik kann hingegen bei hohen Einschaltströmen wichtig sein, beispielsweise beim Einschalten großer Beleuchtungsgruppen oder in der Heimwerkstatt. Hier kann das gleichzeitige Anschalten leistungsstarker Geräte kurzfristig zu einer Überschreitung der geringeren Auslöseströme einer B-Sicherung führen, sodass diese jedes Mal herausfliegt, wenn man die Kreissäge einschaltet, obwohl die anhaltende Stromstärke nach Einschalten des Geräts unter dem Auslösestrom einer B-Sicherung liegt. C-Sicherungen stellen hier sicher, dass das nicht passiert.
⚠️ Wichtig: Niemals eigenmächtig B durch C ersetzen! Der Kabelquerschnitt muss zur Charakteristik passen. Im Zweifelsfall: Elektriker fragen.
Faustregel für die Praxis:
- Wohnräume: B16
- Küche mit vielen Geräten: C16
- Werkstatt: C16 oder C20, selten auch C32
- LED-Großinstallation: C16
Kurze Direktantwort: Es gibt keine gesetzliche Begrenzung der Steckdosenanzahl - entscheidend ist nur, dass Sie nie mehr als 3.680 Watt gleichzeitig betreiben.
Detaillierte Erklärung: Diese Frage sorgt immer für Verwirrung! Die DIN VDE 0100 begrenzt NICHT die Anzahl der Steckdosen, sondern nur die Gesamtlast.
Die Rechnung: 16A × 230V = 3.680 Watt maximal
Was bedeutet das praktisch?
- 20 Steckdosen für Handy-Ladegeräte (je 10W)? Kein Problem!
- 2 Heizlüfter (je 2000W)? Geht nicht!
- 10 Steckdosen, aber nur 3 gleichzeitig genutzt? Perfekt!
Moderne Planungsrichtlinien empfehlen:
- Pro Raum ein eigener Stromkreis
- Küche: mindestens 2-3 Stromkreise
- Bad: separater Stromkreis
- Büro/Arbeitszimmer: eigener Stromkreis für Computer
Die Realität in Altbauten: Oft hängt die halbe Wohnung an 2-3 Sicherungen. Funktioniert, solange Sie clever sind und nicht alles gleichzeitig einschalten.
⚠️ Merke: Die Sicherung schützt das Kabel, nicht die Anzahl der Steckdosen!
Kurze Direktantwort: LED-Treiber haben extreme Einschaltströme bis zum 50-fachen der Nennleistung - alte B-Automaten oder antike H-Automaten verkraften das nicht.
Detaillierte Erklärung: Das moderne LED-Problem - ein Klassiker! LEDs sparen Strom, ja. Aber ihre elektronischen Vorschaltgeräte (Treiber) sind kleine Biester.
Was passiert beim Einschalten: Die Kondensatoren in den LED-Treibern müssen sich blitzschnell aufladen. Das zieht kurzzeitig extreme Ströme:
- Eine 5W LED-Lampe: bis zu 2-3A für Millisekunden
- 20 Spots gleichzeitig: 40-60A Einschaltstrom!
- Billige China-LEDs: noch schlimmer, bis 100A möglich
Typische Problemsituationen:
- Mehr als 10 LED-Lampen an einem Schalter
- Alte H-Automaten (vor 1994) im Sicherungskasten
- Billige LED-Leuchtmittel ohne Einschaltstrombegrenzung
- Alle Spots im Wohnzimmer über einen Schalter
Die Lösungen:
- Sofort-Hilfe: LEDs auf mehrere Schalter/Stromkreise aufteilen
- Dauerlösung: C-Charakteristik verwenden (nach Kabelprüfung!)
- Profi-Lösung: Softstart-Module oder elektronische Trafos mit Sanftanlauf
- Qualitätslösung: Hochwertige LED-Leuchtmittel mit besseren Treibern
Kurze Direktantwort: Rechtlich ist jede Arbeit am Sicherungskasten tabu - auch der 1:1-Austausch. Bei Schäden zahlt keine Versicherung und Sie riskieren Ihr Leben.
Detaillierte Erklärung: Die rechtliche Lage ist eindeutig: Nach NAV §13 dürfen nur eingetragene Elektrofachkräfte an der festen Installation arbeiten. Punkt.
Was manche trotzdem machen (auf eigenes Risiko!): Der reine 1:1-Austausch eines defekten B16 gegen einen baugleichen neuen B16 wird manchmal als "Instandhaltung" toleriert. Aber das ist eine rechtliche Grauzone!
Was definitiv VERBOTEN ist:
- Charakteristik ändern (B16 auf C16)
- Höhere Stromstärke (16A auf 20A)
- Neue Stromkreise installieren
- Verdrahtung ändern
- FI-Schalter einbauen
Die Konsequenzen bei Eigenarbeit:
- ❌ Versicherung zahlt bei Schäden NICHTS
- ❌ Bei Personenschäden: Staatsanwaltschaft ermittelt
- ❌ Keine Abnahme durch Elektriker möglich
- ❌ Eventuell Kündigung durch Energieversorger
Die vernünftige Alternative: Ein Elektriker kostet 50-120€ für den Austausch, arbeitet 20 Minuten und Sie haben Ihre Ruhe. Das ist Ihr Leben und Ihr Haus wert!
Kurze Direktantwort: Die kA-Zahl gibt an, welchen maximalen Kurzschlussstrom der Automat sicher abschalten kann - für normale Wohnhäuser reichen 6kA völlig aus.
Detaillierte Erklärung: kA = Kiloampere = 1000 Ampere. Bei einem Kurzschluss können für Sekundenbruchteile gigantische Ströme fließen. Der Automat muss diese sicher unterbrechen, ohne zu verschweißen oder zu explodieren.
Was bedeuten die Werte praktisch?
- 6kA: Standard für Wohngebäude, von Energieversorgern in TAB vorgeschrieben
- 10kA: Nur nötig bei Nähe zu Trafostationen (<50m) oder in Industriegebieten
- 15kA+: Schwere Industrie, große Trafostationen
Die Realität in deutschen Haushalten: Der tatsächliche Kurzschlussstrom liegt meist bei 2-4kA. Die 6kA-Automaten haben also reichlich Reserve. Mehr ist pure Geldverschwendung - 10kA-Automaten kosten 30-50% mehr ohne Mehrwert.
Wann Sie wirklich 10kA brauchen:
- Trafostation direkt nebenan
- Gewerbegebiet mit eigenem Trafo
- Große Wohnanlagen (>100 Wohnungen)
- Industriebetrieb
⚠️ Vorsicht bei Elektrikern: "Sicherheitshalber 10kA" ist oft nur Umsatzsteigerung!
Kurze Direktantwort: Waschmaschine (2.200W) plus Trockner (2.000W) = 4.200W, aber Ihre 16A-Sicherung verkraftet nur 3.680W - mathematisch unmöglich!
Detaillierte Erklärung: Der Klassiker in deutschen Waschküchen! Und die Physik ist gnadenlos:
Die Rechnung:
- Waschmaschine beim Heizen: 2.200W = 9,6A
- Wäschetrockner: 2.000W = 8,7A
- Zusammen: 18,3A
- Ihre Sicherung: maximal 16A
- Ergebnis: Sicherung fliegt raus!
Ihre Optionen - von billig bis teuer:
- Null-Euro-Lösung: Zeitversetzt waschen und trocknen
- Trick-17: Verlängerungskabel aus anderem Zimmer (nur Notlösung!)
- Moderne Lösung: Wärmepumpentrockner kaufen (nur 800W Verbrauch)
- Profi-Lösung: Zweiten Stromkreis vom Elektriker legen lassen (200-400€)
Warum nicht einfach stärkere Sicherung? NIEMALS! Die 16A sind auf den Kabelquerschnitt abgestimmt. Stärkere Sicherung = Kabel wird zur Heizung = Hausbrand!
Kurze Direktantwort: Motoren ziehen beim Anlaufen das 6-8fache ihres Nennstroms - alte B-Automaten oder uralte H-Automaten packen das nicht.
Detaillierte Erklärung: Motoren sind Einschaltstrom-Monster! Ein 2000W-Staubsauger will beim Start kurzzeitig 12-16 Ampere, obwohl er im Betrieb nur 8-9 braucht.
Die üblichen Verdächtigen:
- Alte H-Automaten (vor 1994): Extrem empfindlich, müssen raus!
- B-Charakteristik bei motorischen Lasten: Grenzwertig
- Überlasteter Stromkreis: Läuft noch was anderes?
- Verschlissene Motoren: Ziehen noch mehr Anlaufstrom
Praktische Lösungen:
- Sofort: Andere Geräte ausschalten vor dem Start
- Clever: Werkzeuge auf verschiedene Stromkreise verteilen
- Dauerhaft: C-Charakteristik einbauen lassen (aber Kabel prüfen!)
- Bei Werkstatt: Grundsätzlich C16 oder C20 verwenden
Spezialtipp für Kompressoren: Die sind noch extremer! 3kW-Kompressor = bis zu 100A Anlaufstrom. Hier hilft nur D-Charakteristik oder ein Sanftanlasser.
Kurze Direktantwort: Überspannungen durch Blitzeinschlag haben Ihre Sicherungsautomaten intern beschädigt - die müssen komplett getauscht werden, auch wenn sie äußerlich okay aussehen.
Detaillierte Erklärung: Blitzschäden sind heimtückisch! Die Automaten sehen von außen gut aus, sind aber intern "gegrillt".
Typische Symptome nach Überspannung:
- Automat lässt sich einschalten, aber kein Strom kommt
- Automat löst sofort wieder aus
- Automat lässt sich gar nicht mehr bewegen
- Verschmorter Geruch aus dem Sicherungskasten
Was SOFORT zu tun ist:
- Hauptschalter aus
- Nichts mehr einschalten
- Elektriker rufen für Komplett-Check
- ALLE betroffenen Automaten tauschen (auch die "funktionierenden")
- Schäden fotografisch dokumentieren
Für die Zukunft: Überspannungsschutz Typ 2 nachrüsten lassen! Kostet 150-300€, schützt aber Ihre gesamte Elektrik und alle Geräte.
⚠️ Versicherungstipp: Viele Wohngebäudeversicherungen zahlen Überspannungsschäden - sofort melden!
Kurze Direktantwort: Technisch möglich, rechtlich komplex - der Umbau gilt als Modernisierung und macht eine Komplett-Anpassung an aktuelle Normen nötig.
Detaillierte Erklärung: Willkommen in der Moderne! Diese alten Drehsicherungen (Diazed/Neozed) sind Technik von vorgestern.
Warum Automaten besser sind:
- Einfach wieder einschalten statt Sicherung wechseln
- Man sieht sofort, welche ausgelöst hat
- Kein Vorrat an Schmelzeinsätzen nötig
- Präzisere Auslösecharakteristik
Aber Achtung - der Haken: Der Umbau ist eine "wesentliche Änderung" nach DIN VDE 0100. Das bedeutet:
- FI-Schutzschalter nachrüsten (Pflicht!)
- Potentialausgleich prüfen/nachrüsten
- Eventuell neue Zuleitung vom Zähler
- Kompletter neuer Verteilerkasten
Kostenkalkulation Komplettumbau:
- Material Verteiler + Automaten + FI: 500-800€
- Elektriker-Arbeitszeit: 800-1500€
- Gesamt: 1300-2300€
Aber: Sie haben dann 30 Jahre Ruhe und eine sichere, moderne Anlage!
Kurze Direktantwort: HÖCHSTE ALARMSTUFE! Sofort Hauptschalter aus, niemanden mehr an die Elektrik lassen - akute Brand- und Lebensgefahr!
Detaillierte Erklärung: Verschmorte Sicherungen = Notfall! Da gibt's keine Diskussion.
Sofortmaßnahmen - JETZT:
- ⚠️ Hauptschalter/Hauptsicherung AUS
- ⚠️ Betroffenen Bereich nicht mehr betreten
- ⚠️ Elektriker-NOTDIENST rufen (ja, auch nachts!)
- ⚠️ Vermieter/Hausverwaltung informieren
- ⚠️ Bei sichtbarem Rauch: Feuerwehr 112
Typische Ursachen für Verschmorung:
- Lose Klemmstellen (80% der Fälle)
- Jahrelange Überlastung
- Minderwertige/alte Bauteile
- Feuchtigkeit im Verteiler
Was der Elektriker machen muss:
- Komplette Fehlersuche
- Austausch aller beschädigten Teile
- Klemmstellen prüfen und nachziehen
- Thermografie der Anlage
- Isolationsmessung
Das ist KEIN Fall für Eigenreparatur! Auch nicht für den handwerklich begabten Schwager!
Kurze Antwort: Es gibt keine gesetzliche Begrenzung der Steckdosenanzahl, sondern nur eine maximale Leistung von 3.680 Watt bei 16A – entscheidend ist, was Sie gleichzeitig betreiben.
Ausführliche Erklärung: Diese Frage taucht in Foren ständig auf: "Wie viele Steckdosen pro Sicherung?"
Die Antwort überrascht viele: Die DIN VDE 0100 begrenzt nicht die Anzahl der Steckdosen, sondern die Gesamtlast. Bei 16A und 230V können Sie maximal 3.680 Watt gleichzeitig betreiben.
In der Praxis bedeutet das: 10 Steckdosen für Handy-Ladegeräte sind kein Problem, aber Wasserkocher (2.000W) plus Kaffeemaschine (1.200W) plus Toaster (800W) überlasten den Stromkreis.
Faustregel für Neuinstallationen: Pro Raum ein eigener Stromkreis, Küche mindestens zwei, Bad gesondert. Bei intratec-shop.de finden Sie passende Verteilerfelder und ECO Line Automaten für die normgerechte Absicherung Ihrer Installation.
Planungshinweis: Nach aktueller Normung sollten Wohnräume mit einem Stromkreis pro 20m² geplant werden, Küchen benötigen mindestens 3 Stromkreise.
Kurze Direktantwort: Für 11kW brauchen Sie einen 3-poligen C16-Automaten plus speziellen FI Typ A-EV oder Typ B - und die Installation MUSS ein zertifizierter Elektriker machen.
Detaillierte Erklärung: Wallboxen sind keine normalen Verbraucher! Die haben spezielle Anforderungen:
Für 11kW-Wallbox:
- Leitungsschutzschalter: 3-polig C16 oder C20
- FI-Schutzschalter: Typ A-EV (mit DC-Fehlerstromerkennung) oder Typ B
- Kabel: 5×2,5mm² bis 10m, darüber 5×4mm²
- Anmeldung beim Netzbetreiber: Pflicht!
Für 22kW-Wallbox:
- Leitungsschutzschalter: 3-polig C32
- FI-Schutzschalter: Typ B (teuer! 200-300€)
- Kabel: mindestens 5×6mm²
- Genehmigung vom Netzbetreiber: Pflicht!
Hausanschluss-Check:
- 11kW bei 63A Hausanschluss: Meist okay
- 22kW bei 63A Hausanschluss: Wird eng!
- Lastmanagement kann helfen
⚠️ Wichtig: Ohne Elektriker-Installation keine Förderung und kein Versicherungsschutz!
Kurze Direktantwort: Für die AC-Seite einer 6kWp-Anlage reicht meist ein 3-poliger C10, für Balkonkraftwerke bis 800W ein B16 - aber der Wechselrichter-Hersteller gibt die genauen Werte vor.
Detaillierte Erklärung: PV-Anlagen speisen rückwärts ein - das braucht spezielle Absicherung:
Große PV-Anlage (3-10kWp):
- AC-seitig: 3-poliger C10 bis C16 (je nach Leistung)
- C-Charakteristik wegen Einschaltströmen der Wechselrichter
- FI-Schutzschalter Typ B (erkennt DC-Fehlerströme)
- Überspannungsschutz Typ 2 empfohlen
Balkonkraftwerk (bis 800W):
- Normale B16-Sicherung meist ausreichend
- Seit 2024: Schuko-Stecker erlaubt
- Vereinfachte Anmeldung im Marktstammdatenregister
- Kein separater Zähler nötig
Wichtige Normen:
- VDE-AR-N 4105 für Netzanschluss
- Bidirektionale Automaten nötig (moderne sind das)
- Alte H-Automaten: Nicht geeignet!
Intratec-Tipp: Für Balkonkraftwerke haben wir IP65-Kleinverteiler mit vormontierten Automaten - wetterfest und anschlussfertig, mit integrierten Sicherungsautomaten, die sich perfekt für die normgerechte Absicherung von Balkonkraftwerken bis 800W eignen.
Seit dem Solarpaket I (Mai 2024) dürfen Balkonkraftwerke bis 800W Einspeiseleistung (2000W Modulleistung) per Schuko-Stecker angeschlossen werden. Trotzdem empfiehlt sich eine separate Absicherung. Die wetterfesten IP65-Verteiler von Intratec mit vormontiertem B16 oder C16 ECO Line Automaten sind ideal für die Außenmontage.
Diese Komplettlösungen kosten weniger als einzelne Markenautomaten anderswo. Die Installation ist denkbar einfach: Verteiler an die Wand, Wechselrichter anschließen, fertig. Mit der vereinfachten Anmeldung im Marktstammdatenregister sind Sie in wenigen Tagen am Netz.
Rechtlicher Hinweis: Die Installation der AC-seitigen Verbindung darf seit 2024 durch Laien erfolgen, die DC-Verkabelung sollte ein Fachmann übernehmen.
Kurze Direktantwort: Wärmepumpen brauchen wegen extremer Anlaufströme D-Charakteristik oder überdimensionierte C-Automaten - meist C25 oder C32 dreiphasig.
Detaillierte Erklärung: Wärmepumpen-Kompressoren sind Anlaufstrom-Könige!
Das Problem:
- Kompressor startet gegen vollen Kesseldruck
- Anlaufstrom: 6-8faches der Nennleistung
- 8kW-Wärmepumpe = bis zu 100A beim Start!
Typische Absicherung:
- Kompressor: 3-polig C32 oder D25
- Heizstäbe (Zusatzheizung): separater 3-polig C16/C20
- Steuerung: 1-polig B10
Wichtige Details:
- Über 12kW: Anmeldepflichtig beim Netzbetreiber
- Über 22kW: Genehmigungspflichtig
- Rundsteuerempfänger oft Pflicht (EVU kann abschalten)
- Separater Stromzähler für Wärmepumpentarif sinnvoll
Profi-Tipp: Sanftanlasser oder Stern-Dreieck-Anlauf reduziert Einschaltströme erheblich.
Kurze Direktantwort: Ein 3kW Motor zieht beim Direktstart das 6-8fache - macht 78-104A! Selbst ein C32 löst bei 320A aus, aber Ihr alter Kompressor schafft locker mehr.
Detaillierte Erklärung: Kolbenkompressoren sind die Könige der Einschaltströme. Warum? Der Motor startet gegen den vollen Gegendruck im Kessel. Das ist wie Fahrradfahren im 6. Gang am Berg anfahren - brutal!
Ein C32 verträgt kurzzeitig bis 320A (10x Nennstrom), löst aber schon ab 160A innerhalb von 0,2 Sekunden aus. Ihr 3kW-Kompressor zieht beim Start etwa 13A Nennstrom x 8 = 104A. Theoretisch okay, aber: Alte Kompressoren mit verschlissenen Lagern ziehen locker das 10-12fache!
Die Lösung: D-Charakteristik oder noch besser - ein Motorschutzschalter mit Anlaufüberbrückung. Der ignoriert die ersten 10 Sekunden hohe Ströme. Alternativ: Kompressor mit Anlaufentlastung nachrüsten (Ventil öffnet beim Start).
⚠️ Sicherheitswarnung: Niemals den FI-Schutzschalter überbrücken! Viele Werkstatt-Füchse machen das - lebensgefährlich bei Gehäuseschluss!
Profi-Trick: Installieren Sie einen Stern-Dreieck-Schalter (ca. €120) - reduziert den Anlaufstrom auf 1/3. Oder modern: Einen Sanftanlasser für €200-300.
Intratec-Produktempfehlung: Leider führen wir keine D-Charakteristik, aber unser ECO C32 3-polig (RI53EC32) für €13,69 ist perfekt für normale Werkstattmaschinen bis 2,5kW. Alternative: Zwei getrennte Stromkreise - einen C20 für den Kompressor mit Sanftanlasser, einen C16 für die restlichen Maschinen.
Kurze Direktantwort: Grenzwertig! Nach DIN VDE 0298-4 sind's 18,5A Belastbarkeit bei Verlegeart C - aber der Spannungsfall macht Ihnen einen Strich durch die Rechnung.
Detaillierte Erklärung: Erstmal die Theorie: NYM-J 5x2,5mm² (eigentlich 3x2,5mm² relevant) verträgt nach VDE 0298-4 in Verlegeart C (im Rohr) etwa 18,5A - passt für B16 oder C16. Aber: Das gilt nur bis 30°C Umgebungstemperatur!
Jetzt die Praxis: Bei 40 Metern und 16A Last haben Sie einen Spannungsfall von: ΔU = (2 × 40m × 16A) / (56 × 2,5mm²) = 9,14V oder 3,97%. Die DIN VDE 0100-520 erlaubt maximal 3% für Steckdosen, 5% für Beleuchtung.
Sie sind drüber! Bei Volllast kommen nur noch 221V an der Steckdose an. E-Geräte mögen das nicht - Kaffeemaschinen brauchen länger, Motoren laufen heiß.
Die Lösung: Entweder 4mm² verlegen (kostet das Doppelte) oder Sicherung auf 13A reduzieren. Mit einem B13 (gibt's selten) wären Sie bei 3,26% Spannungsfall - gerade noch okay.
⚠️ Prüfungs-Tipp: In der Gesellenprüfung immer mit 3% rechnen - die Prüfer sind da pingelig!
Intratec-Produktempfehlung: Wir haben leider keine 13A-Automaten, aber unser ECO B10 1-polig (RI51EB10) für €4,49 wäre die sichere Variante. Damit bleiben Sie bei 2,5% Spannungsfall. Für die Verteilung empfehlen wir 3x B16 für kurze Strecken (€13,47) und 3x B10 für lange Leitungen (€13,47) - macht €26,94 für eine Norm-gerechte Installation.
Kurze Direktantwort: Bei 6,3 kWp und 3-phasig brauchen Sie einen C10 oder C13 - der Wechselrichter-Hersteller gibt's vor, meist reicht C10 dreiphasig völlig aus.
Detaillierte Erklärung: Die Rechnung: 6,3 kWp / (√3 × 400V) = 9,1A pro Phase. Mit 110% Überdimensionierung (PV kann mehr liefern als Nennleistung!) landen wir bei 10A. Aber Achtung: Viele Wechselrichter haben brutal hohe Einschaltströme durch die Kondensatoren!
Die VDE-AR-N 4105 verlangt einen allpoligen Schalter mit Trennereigenschaften. Ein normaler 3-poliger C10 erfüllt das. Warum C-Charakteristik? Der Wechselrichter lädt beim Start große Elkos - das sind locker 50-100A für Millisekunden.
Kritischer Punkt: Die Rückspeisung! Der LS muss bidirektional schalten können - moderne Automaten können das, alte H-Automaten von 1980 nicht!
⚠️ Wichtig: Zwischen Wechselrichter und Netz MUSS ein FI-Schutzschalter Typ B (nicht A!) - der erkennt auch Gleichfehlerströme. Kostenpunkt: €180-250.
Selektivitäts-Problem: Ihr Haus-FI löst vor dem PV-Schutz aus? Lösung: Zeitverzögerter FI (Typ S) als Hauptschalter.
Intratec-Produktempfehlung: Unser ECO C10 3-polig (RI53EC10) für €12,30 ist perfekt für Ihre PV-Anlage. Dazu empfehlen wir einen DC-Überspannungsschutz und für die DC-Seite spezielle DC-Schalter .
Kurze Direktantwort: Theoretisch ja, praktisch wird's eng! Mit Gleichzeitigkeitsfaktor kommen Sie klar, aber vergessen Sie Durchlauferhitzer und Sauna gleichzeitig.
Detaillierte Erklärung: Die Rechnung: 22kW Wallbox = 32A dreiphasig. Ihr 63A-Hausanschluss minus 32A = 31A für den Rest. Klingt wenig? Ist es auch!
Normale Hauslast: Küche 16A, Wohnzimmer 10A, Rest 15A = 41A. Mit Gleichzeitigkeitsfaktor 0,6 (nie läuft alles gleichzeitig) sind's 25A - passt gerade!
Aber: Schalten Sie den Durchlauferhitzer (21kW = 30A) an, während das Auto lädt = 62A. Die 63A-Hauptsicherung hält das, aber NULL Reserve! Ein Fön dazu und es knallt.
Die clevere Lösung: Lastmanagement! Moderne Wallboxen können mit dem Hausnetz kommunizieren. Lädt das Auto, reduziert die Box automatisch auf 16A wenn der Durchlauferhitzer angeht.
⚠️ Netzbetreiber-Pflicht: Ab 12kW Wallbox MUSS angemeldet werden! Der Netzbetreiber kann einen Rundsteuerempfänger verlangen - dann schaltet er Ihre Wallbox bei Netzüberlastung ab.
Alternative: Hausanschluss auf 100A erweitern. Kostet €1500-3000, aber dann haben Sie Ruhe.
Intratec-Produktempfehlung: Für die Wallbox-Installation brauchen Sie:
- 1x ECO C32 3-polig (RI53EC32): €13,69
Spar-Tipp: Nehmen Sie einen C25 3-polig für €13,69 und stellen die Wallbox auf 16,5kW - reicht für 99% der Ladevorgänge und entlastet Ihren Hausanschluss!
Kurze Direktantwort: Bei Renovierung über 60% der Installation verfällt der Bestandsschutz - dann ist Kompletterneuerung nach aktuellen Normen Pflicht inklusive FI-Schutz.
Detaillierte Erklärung: Elektrik von 1975 bedeutet meist:
- Keine FI-Schalter (lebensgefährlich!)
- Klassische Nullung statt Schutzleiter
- Zu wenige Stromkreise
- Aluminium-Leitungen (Brandgefahr!)
- Unterdimensionierte Zuleitungen
Was modernisiert werden MUSS:
- FI-Schutzschalter für alle Stromkreise (Pflicht seit 2007)
- Getrennte Stromkreise nach heutigen Standards
- Fundamenterder/Potentialausgleich
- Neue Unterverteilung mit ausreichend Reserveplätzen
Kostenkalkulation Komplettsanierung EFH:
- Material (Verteiler, Automaten, FI, Kabel): 2.000-3.000€
- Elektriker-Arbeitsleistung: 5.000-8.000€
- Gesamt: 7.000-11.000€
Die gute Nachricht:
- KfW-Förderung möglich (bis 20% Zuschuss)
- Einmal richtig = 30 Jahre Ruhe
- Moderne Ausstattung wertet Immobilie auf
Kurze Direktantwort: Technisch möglich, rechtlich und versicherungstechnisch fatal - die alten L/H-Typen sind seit 1994 verboten und gefährden Ihren Versicherungsschutz!
Detaillierte Erklärung: L und H sind Relikte der Vergangenheit:
- H-Automaten (flink): Etwa wie heutige B, aber unberechenbarer
- L-Automaten (träge): Etwa wie heutige C, aber ungenauer
- Ausschaltvermögen oft nur 1,5kA (modern: 6kA)
Warum Mischen gefährlich ist:
- Keine vernünftige Selektivität möglich
- Alte Automaten können Kurzschlüsse nicht sicher abschalten
- Unterschiedliche Auslösekennlinien = Chaos bei Störungen
- Versicherung verweigert Zahlung bei Schäden
Die bittere Wahrheit: Sobald Sie EINEN neuen Automaten einbauen, muss die gesamte Verteilung auf aktuellen Stand. Das ist keine Schikane, sondern Sicherheit!
Empfehlung: Komplettaustausch aller Automaten. Bei 12 Sicherungen reden wir über 50-60€ Materialkosten - das ist Ihre Sicherheit wert!
Keywords: H-Automat L-Automat, alte Sicherungsautomaten, Mischinstallation, DIN VDE 0641
Klare Ansage: NEIN! Nicht ohne zu prüfen, ob Ihre Kabel das verkraften.
Das Problem kennt jeder: Die Bohrmaschine läuft, der Staubsauger dazu - und schon fliegt die Sicherung. "Dann nehme ich halt eine träge C-Charakteristik statt der empfindlichen B" denken sich viele. Gefährlicher Trugschluss!
Die Charakteristik (B oder C) hat ihren Grund:
- B-Automaten lösen bei 3- bis 5-fachem Nennstrom aus (also bei 48-80A bei einem B16)
- C-Automaten erst beim 5- bis 10-fachen (80-160A bei einem C16)
Ja, C-Automaten sind toleranter bei Einschaltströmen. ABER: Ihre Kabel sind für eine bestimmte Absicherung dimensioniert. Ein 1,5mm² Kabel mit C16 statt B16 abzusichern kann im Fehlerfall bedeuten, dass der Automat zu spät auslöst und Ihr Kabel durchbrennt.
Die richtige Lösung: Verteilen Sie die Geräte auf verschiedene Stromkreise oder lassen Sie vom Elektriker prüfen, ob bei Ihrem Kabelquerschnitt ein C-Automat zulässig ist.
Die Faustregel: 16A ist Standard für normale Steckdosenstromkreise, 10A für Licht, 13A... gibt's bei uns gar nicht mehr.
In deutschen Haushalten hat sich das so eingependelt:
- 16A für Steckdosenstromkreise (max. 3.680 Watt)
- 10A für Beleuchtungsstromkreise (reicht für 2.300 Watt)
- 20A für einzelne Großverbraucher (z.B. Durchlauferhitzer)
- 32A für Herd oder Sauna
Die Krux mit dem Kabelquerschnitt:
- 1,5mm² Kabel → maximal 16A
- 2,5mm² Kabel → maximal 20A (oft auch nur 16A)
- 4mm² Kabel → maximal 25A
Merke: Die Sicherung muss zum Kabel passen, nicht zu Ihrem Wunsch nach mehr Power!
Kurze Direktantwort: Clevere Kombination aus unterschiedlichen Charakteristiken und Nennströmen oder Mix aus Schmelzsicherungen und Automaten spart 75% gegenüber SLS-Schaltern.
Detaillierte Erklärung: Selektivität = nur die richtige Sicherung löst aus
Das Problem ohne Selektivität: Kurzschluss in Wohnung 3 → Hauptsicherung fliegt → ganzes Haus dunkel!
Teure Lösung mit SLS:
- Selektive Hauptautomaten: 150-200€ pro Stück
- Bei 6 Wohnungen: 900-1200€ nur für Selektivität
Clevere Alternativen:
Variante 1: Charakteristik-Staffelung
- Hauptverteiler: C25 oder C32
- Wohnungsverteiler: B20
- Endstromkreise: B16
- Funktioniert bis 500A Kurzschlussstrom
Variante 2: Schmelzsicherung + Automat
- Wohnung: 35A Neozed (träge, 3€)
- Stromkreise: B16 Automaten (schnell)
- Perfekte Selektivität bis 250A
Variante 3: Zeit-Staffelung
- Hauptsicherung: Verzögert (Typ S)
- Unterverteilung: Standard
- Funktioniert bei FI-Schaltern gut
Ersparnis: 750-1000€ bei gleicher Sicherheit!
Keywords: Selektivität günstig, SLS Alternative, Staffelschutz, selektive Absicherung
Kurze Direktantwort: Gleiche Technik, verschiedene Preise - Markenaufschlag, Vertriebswege und Marketing machen den Unterschied, nicht die Qualität.
Detaillierte Erklärung: Die Preisunterschiede sind extrem:
- No-Name/Hausmarke: 3-5€
- Mittelklasse: 8-12€
- Premium-Marken: 15-25€
- Industrie-Ausführung: 30-50€
Was alle gemeinsam haben:
- DIN EN 60898-1 Zertifizierung
- 6kA Ausschaltvermögen
- CE-Kennzeichnung
- Identische Funktion
Woher kommen die Preisunterschiede?
- Markenaufschlag: Große Namen kosten
- Vertriebsweg: Großhandel verdoppelt Preise
- Marketing: Werbung zahlt der Kunde
- Stückzahlen: Masse macht's günstig
- Zubehör: Teure Marken haben mehr Zusatzmodule
Die Qualitätswahrheit: Alle in Deutschland zugelassenen Automaten erfüllen dieselben Sicherheitsnormen. Ein 4€-Automat schützt genauso gut wie ein 20€-Modell.
Wann lohnt sich Premium?
- Sichtbare Installation (Optik)
- Spezielle Zusatzfunktionen nötig
- Kunde besteht auf Marke
- Industrieanwendung mit Sonderfunktionen
Kurze Direktantwort: Für Technik-Begeisterte mit Smart Home interessant, wirtschaftlich rechnet es sich nur bei Gewerbe oder großem Energiemanagement-Bedarf.
Detaillierte Erklärung: Was können digitale Sicherungskästen?
- Stromverbrauch pro Kreis messen
- Per App aus der Ferne schalten
- Lastmanagement (wichtig bei Wallbox + Wärmepumpe)
- Fehlerdiagnose und Alarme
- Energie-Monitoring
Die Kostenseite:
- Digitale Automaten: 80-150€ pro Stück
- Normale Automaten: 4-15€
- Gateway/Steuerung: 200-500€
- Installation komplexer: +30% Arbeitszeit
- Mehrkosten gesamt: 2000-4000€
Wann es sich lohnt:
- PV-Anlage mit Eigenverbrauchsoptimierung
- Mehrere E-Autos mit Lastmanagement
- Vermietung mit Unterzählung
- Gewerbe mit Lastspitzenkappung
- Smart-Home-Vollausstattung
Wann es Spielerei ist:
- Normale Wohnung ohne PV
- Wenig Interesse an Energiedaten
- Kein variables Stromtarif
- Keine automatisierbaren Großverbraucher
Fazit: Coole Technik, aber für Normalverbraucher wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Kurze Antwort: Die ECO Line Automaten passen auf Standard-DIN-Schienen und haben den genormten 17,5mm Modulabstand, sind also mechanisch kompatibel – Sammelschienen sollten aber vom gleichen Hersteller sein.
Ausführliche Erklärung: Die gute Nachricht: Alle modernen Sicherungsautomaten, auch die ECO Line, folgen der DIN-Norm mit 35mm Hutschiene und 17,5mm Modulbreite. Sie passen also in jeden Standard-Verteilerkasten. Bei Sammelschienen (Kammschienen) wird es komplizierter: Die Stiftgeometrie variiert zwischen Herstellern. Für optimale Kontaktsicherheit empfiehlt intratec-shop.de die passenden Sammelschienen aus dem eigenen Sortiment. Diese sind perfekt auf die ECO Line abgestimmt und vermeiden Kontaktprobleme.
Praxistipp: Bei Mischanlagen verschiedener Hersteller verwenden Sie flexible Verdrahtung statt starrer Sammelschienen – das ist sicherer und flexibler.
Technischer Hinweis: Die Kontaktpressung muss 2,8 Nm betragen – prüfen Sie dies bei Mischinstallationen besonders sorgfältig.
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Leitungsschutzschalter schützen vor Kurzschluss und Überlastung
Sicherungen sind schon lange ein fester Bestandteil der Elektroinstallation. Heutige Leitungsschutzschalter (kurz: LS-Schalter) haben allerdings nicht mehr viel mit den klassischen Sicherungen gemeinsam, also den Schmelzsicherungen von früher. Vor allem die Auslösemechanismen unterscheiden sich. Während die alten Schmelzsicherungen bei Überlast wortwörtlich geschmolzen sind und danach ausgetauscht werden mussten, können heutige Sicherungsautomaten nach dem Auslösen einfach wieder eingeschaltet werden.
Zudem verfügen sie über zwei verschiedene Auslösemechanismen: Eine thermische Auslösung für Überlast (Bimetall) und eine elektromagnetische Auslösung für Kurzschlüsse. So spielt, zumindest für die Auslösung bei Überstrom, die Wärmeentwicklung auch heute noch eine Rolle für den Auslösemechanismus. Allerdings schmilzt die Sicherung nicht, sondern ihr sog. Bimetall-Streifen verbiegt sich durch die Wärme und löst den LS-Schalter aus. Nachdem die Ursache der Überlast behoben wurde, kann der Sicherungsautomat wieder eingeschaltet werden. Alte Schmelzsicherungen schützten dementsprechend nicht zuverlässig vor Kurzschlüssen.
Diese Auslösemechanismen ermöglichen es auch, dass LS-Schalter für betriebsmäßiges bzw. manuelles Ein- und Ausschalten von Stromkreisen verwendet werden können, also wie ein Lichtschalter oder Hauptschalter. Zum Beispiel um die Beleuchtung in Betrieben an- und auszuschalten. Das ist laut VDE auch erlaubt, wird aber nicht empfohlen.
Der Grund: Viele Leitungsschutzschalter haben deutlich weniger Schaltspiele als reguläre REG-Schalter. Letztere sehen Sicherungsautomaten sehr ähnlich, sind aber für den Einbau als Hauptschalter in Verteilerkästen geeignet, um komplette Verbrauchergruppen ein- und auszuschalten. Laut DIN VDE 0100-530:2018-06 dürfen "Schutzeinrichtungen nicht zum betriebsmäßigen Schalten von Stromkreisen vorgesehen werden.". Das bedeutet, dass sie zwar dafür verwendet werden können, aber nicht dafür geeignet sind, was VDE 0100-530:2018-06, Tabelle B.1 mit den Worten "Das Gerät wird für häufiges betriebsmäßiges Schalten nicht empfohlen." auf den Punkt bringt. Außerdem kann man durch manuelles Auslösen des Leitungsschutzschalters am Sicherungskasten die einzelnen Stromkreise nach Belieben abschalten, bzw. für Elektroinstallationen oder anderweitige Elektriker-Arbeiten am Netz.
B16, 16A oder C16A Sicherung - was bedeuten die Abkürzungen?
Häufig werden die genauen Bezeichnungen für Sicherungsautomaten bei der Online-Suche oder im Gespräch abgekürzt. Man spricht dann von 16A Sicherungen 1-polig oder einer B25 Sicherung 3-polig. Vielleicht wird auch nach einem LS-Schalter 20A oder anderen Kombinationen gesucht. Aber was genau ist damit eigentlich gemeint? Gehen wir das einmal anhand einer 16A Sicherung durch.
- 16A Sicherung oder 16 Ampere Sicherung - Eine Kombination aus Zahl und dem Buchstaben A bezieht sich auf den Bemessungsstrom. Mit einer 16 A Sicherung ist also ein Automat mit einem Bemessungsstrom von 16 Ampere gemeint, bei 20A beträgt der Bemessungsstrom 20 Ampere usw. Was bei dieser Beschreibung noch fehlt, ist die gewünschte Auslösecharakteristik.
- B16 Sicherung oder B16 Automat - Dies ist eine Kombination aus Auslösecharakteristik und Ampere. Das "B" bezieht sich auf die Auslösecharakteristik und die Zahl 16 auf den Bemessungsstrom. Hier ist also ein Sicherungsautomat mit B-Charakteristik und 16 Ampere Bemessungsstrom gemeint. B20 oder B25 würde entsprechend einen B-Automaten mit 20 Ampere oder 25 Ampere Nennstrom beschreiben. Beispiel aus unserem Shop: Leitungsschutzschalter 16A Typ B 1-polig. Übrigens: 16 Ampere B-Automaten 1-polig und 3-polig sind die gängigsten Sicherungen und kommen in den meisten Haushalten zur Absicherung von Beleuchtungs- und Steckdosenstromkreisen (Schuko) zum Einsatz, die haushaltstypische Verbraucher wie Kühlschrank, Waschmaschine & Co. absichern. Allerdings ist ihr Einsatz nicht immer richtig. Es ist davon auszugehen, dass in vielen Haushalten, insbesondere in Altbauwohnungen, eigentlich eher 10A Sicherungen zum Einsatz kommen müssten, nämlich dann wenn Leitungsquerschnitte von 1,5mm² verbaut wurden. Oder es müssten neue 2,5mm² Leitungen verlegt werden, wenn die 16A LS-Schalter im Einsatz bleiben sollen.
- C16 Sicherung oder C16 Automat - Setzt sich genauso zusammen wie B16, nur dass hier ein Leitungsschutzschalter mit Auslösecharakteristik C (träge) gemeint ist. Eine C20 Sicherung beschreibt dann entsprechend einen trägen Leitungsschutzschalter mit 20 Ampere Bemessungsstrom.
- Weitere Bezeichnungen: Damit noch nicht genug des Durcheinanders. Die Begriffe Sicherung und Sicherungsautomat werden zwar sehr häufig genutzt, sind aber eigentlich nicht ganz korrekt. Bei modernen Schaltern handelt es sich eigentlich um Leitungsschutzschalter, die auch als LS-Schalter oder Leistungsschalter bezeichnet werden. Teilweise wird auch nach B-Automat oder C-Automat gesucht, was entsprechend Sicherungen mit B oder C Auslösecharakteristik meint, aber keine Angabe zum Nennstrom in Ampere enthält. Außerdem fehlt bei dieser Suche noch die Angabe 1-polig oder 3-polig.
Welche Gefahr droht bei fehlerhaftem oder nicht vorhandenem Leitungsschutz?
Notwendig sind Leitungsschutzschalter, da die Betriebsspannung für Hausinstallationen auf 230 V Wechselspannung festgelegt wurde, um Kosten zu sparen. Die hohe Spannung ermöglicht es bei der Elektroinstallation auf einen Kabelquerschnitt von 1,5 - 2,5mm2 zurückzugreifen, was Materialkosten und Platz spart. Bei einem maximal zulässigen Strom von 16A in Privathaushalten können so bis zu 3680 Watt Leistung übertragen werden (16Ax230V), was für die meisten haushaltsüblichen Geräte und Verbraucher definitiv ausreicht. Moderne Leitungsschutzschalter sind dazu da, die Nachteile dieser hohen Spannung zu kompensieren. Neben dem erforderlichen Berührungsschutz muss bei solcher Leistungen nämlich der Überlastschutz gewährleistet sein - sowohl bei anhaltendem Überstrom als auch bei Kurzschlüssen.
Wäre das nicht der Fall, so könnte ein schwerwiegender Kurzschluss mit 0 Ω, bei einer 15 Meter langen Kupferleitung mit einem Querschnitt von 1,5mm2 zu einer Übertragung von 146.944,44 Watt (147 kW) führen.
Die Herleitung sieht wie folgt aus: Der typische Leitungswiderstand für Phase und Null-Leiter der angegebenen Kupferleitung liegt bei ca. 0,36 Ω. Entsteht ein Kurzschluss, also werden Plus- und Minuspol einer elektrischen Quelle ohne einen zwischengeschalteten Verbraucher direkt miteinander verbunden, so fließt der Strom demnach mit nahezu keinem Widerstand. Auch eindringendes Wasser bzw. Feuchtigkeit kann dazu führen, dass der Strom ohne Widerstand fließt, selbst bei angeschlossenem Verbraucher. Entsprechend des Ohmschen Gesetzes würden dann im obigen Beispiel 638,89A statt der maximal für haushaltsübliche Leitungen zulässigen 16A über die Anschlussleitungen der Steckdose fließen. Das Ohmsche Gesetz besagt nämlich I=U:R. Die Stromstärke (I) entspricht demnach der elektrischen Spannung (U) geteilt durch den elektrischen Widerstand (R) - 230 V : 0,36 Ω = 638,89A.
Die Formel P=UxI (Leistung (P) = Spannung (U) * Stromstärke (I)) erlaubt uns nun, die entsprechende Leistung in Watt bzw. Kilowatt zu berechnen. Die Spannung wird dabei in Volt (V) angegeben und die Stromstärke in Ampere (A). Entsprechend der o.g. Werte bedeutet dies 230 V * 638,89 A = 146.944,44 Watt bzw. 147 kW. Diese Leistung wird nun in Wärme umgewandelt und würde die Leitung in den Wänden in Sekunden zum Verglühen bringen und eventuell zu einem Kabelbrand führen. Das wird durch einen Sicherungsautomaten verhindert.
Doch nicht nur die sehr hohe Last bei einem Kurzschluss, sondern auch eine länger anhaltende geringere Überlast kann gefährlich sein. Sie entsteht nicht plötzlich, sondern langsam aber kontinuierlich. Zum Beispiel dann, wenn im Heimkino oder Homeoffice immer mehr Geräte an einen Stromkreis angeschlossen werden, zum Beispiel über Mehrfachsteckdosen. Das kann dazu führen, dass kontinuierlich Überstrom herrscht, der immer mehr Wärme produziert, je länger die Verbraucher laufen. Hier ist ein anderer Auslösemechanismus als bei einem Kurzschluss erforderlich. Ein Leitungsschutzschalter muss also auf beide Gefahren reagieren können. Und zwar zuverlässig und schnell.
Eine Unterverteilung im Rahmen des professionellen Verteilereinbaus funktioniert also nicht ohne fachgerechte und zuverlässige Absicherung der Leitungen und Stromkreise, zum Schutz von Geräten, Leitungen und Personen vor Kurzschluss und Überlast. Genau deshalb werden, neben FI-Schutzschaltern und weiteren Schaltelementen, auch die Leitungsschutzschalter (auch LS Schalter oder Leistungsschalter) in den Verteilerkasten eingebaut.
Doch bei der Auswahl der richtigen Sicherungsautomaten gibt es einiges zu beachten, vor allem den Bemessungsstrom und die Auslösecharakteristik. Im Haushalt werden üblicherweise 16A Sicherungen der Auslösecharakteristik B eingesetzt. Doch es kann Ausnahmen geben, zum Beispiel für besonders leistungsstarke Verbraucher wie den Herd, einen Durchlauferhitzer, Saunaofen, Solarium oder fest angeschlossene elektrische Werkzeuge im Hobbykeller. Hier ist dann vor allem die Unterscheidung zwischen 1-polig und 3-polig entscheidend. 3-polige Sicherungen kommen für Kraftstromanschlüsse (Drehstrom) zum Einsatz, 1-polige für Beleuchtungsstromkreise und Schuko-Steckdosen bzw. Wechselstrom. Im industriellen Bereich gibt es noch viele weitere zu beachtende Nuancen für die Auswahl der richtigen Sicherungen. Diese Kriterien zu kennen ist wichtig, denn werden die falschen Sicherungen gewählt, so können trotz eingeschalteten LS-Schaltern Kabelbrände und andere Gefahren entstehen. Vor allem dann, wenn der gewählte Bemessungsstrom zu hoch ist.
Auslösecharakteristik B oder C?
Die LS-Schalter der Auslösecharakteristik B werden primär für 230V und 400V Stromkreise im Privathaushalt verwendet. Hier sichern sie Stromkreise von haushaltsüblichen Schutzkontakt-Steckdosen und Beleuchtungen, so wie die angeschlossenen Haushaltsgeräte, z.B. Herd, Durchlauferhitzer, Waschmaschine, Kühlschrank, normale TV-Geräte und Beleuchtung. B-Automaten werden auch als flinke Sicherungen bezeichnet, weil die magnetische Auslösung bei Kurzschluss beim 5-fachen ihres Nennstroms bzw. Bemessungsstroms (10A, 16A usw.) erfolgt, die thermische Auslösung bei Überlast erfolgt beim 1,13-fachen bis 1,45-fachen des Nennstroms.
Ebenso können sie natürlich auch in der Industrie und in gewerblichen Betrieben, so wie als 3-polige Variante für Starkstromanschlüsse (Drehstrom) eingesetzt werden. Eine Starkstromsteckdose, bei dem man noch nicht genau weiß, was an dieser später angeschlossen werden soll (z.B. Saunaofen oder Solarium), sollte man bei der Planung grundsätzlich aber lieber mit einer trägen Sicherung (Auslösecharakteristik C) ausstatten. Das ist häufig der Fall, wenn man z.B. generell eine CEE-Steckdose in der Garage, im Keller oder im Garten für eventuelle Handwerks- und Bauarbeiten einplant, über die sich jeder Handwerker oder Bauarbeiter im Bedarfsfall zweifelsfrei freuen würde. Steht hingegen bereits bei der Planung fest, welcher Drehstromverbraucher später angeschlossen werden soll, dann kann auch ein Leitungsschutzschalter 3-polig mit B-Charakteristik verwendet werden, sofern der Verbraucher keine hohen Stromspitzen erzeugt. Eine solche Planung ist aber eher für Industrie & Gewerbe typisch. In deutschen Privathaushalten sind Starkstromanschlüsse nach wie vor eher selten zu finden, gerade in Mehrfamilienhäusern und im Altbau.
Sicherungsautomaten der Auslösecharakteristik C werden für Stromkreise mit hohen Einschaltströmen bzw. Stromspitzen verwendet, die höher als der eigentliche Nennstrom sind. Das sind zum Beispiel Stromkreise, welche vorwiegend induktive Verbraucher bzw. Verbrauchergruppen wie große TV-Geräte, Beleuchtungsgruppen, Pumpen oder Motoren versorgen. Diese erzeugen hohe Einschaltströme, bei denen flinke B-Automaten auslösen würden. Sie ersetzen somit die ehemaligen Typ G LS-Schalter.
Da die magnetische Auslösung der Sicherungsautomaten mit C-Charakteristik bei Kurzschluss erst beim 10-fachen des Nennstroms erfolgt, werden sie auch als träge Sicherungen bezeichnet. Wo ein LS-Schalter Typ B also bereits beim Einschalten auslösen würde, obwohl durch diese kurzen Stromspitzen der Einschaltströme keine Gefahr für Personen oder Leitungen besteht, halten Leitungsschutzschalter der C-Charakteristik stand. Die thermische Auslösung bei Überlast ist in der Regel identisch zur B-Charakteristik.
Kurz gesagt: Die Kurzschluss-Auslösung einer 16A Sicherung Typ B würde bei einem Überlaststrom von 80A (16A Bemessungsstrom x 5) auslösen, eine 16A Sicherung Typ C würde erst bei einem Überlaststrom von 160A auslösen (16A Bemessungsstrom x 10).
Häufig werden die sog. C-Automaten deshalb als 3-polige Variante im gewerblichen und industriellen Bereich eingesetzt, z.B. bei Motoren oder Maschinen, die an Kraftstromsteckdosen betrieben werden. Zum Beispiel in Baustromverteilern für CEE-Steckdosen, um die Stromkreise großer Kreissägen, Kräne, Schweißgeräte oder Hebebühnen vor Schäden zu schützen.
Im Privatbereich kommen sie eher selten zum Einsatz und wenn, dann eher als 1-polige Variante, für einzelne 230V Stromkreise mit Wechselstrom. Zum Beispiel weil diese beim Einschalten viele Verbraucher gleichzeitig versorgen müssen (etwa Beleuchtungsgruppen oder TV-Gerät, Surround-System und Beleuchtung gleichzeitig). 3-polige C-Automaten sind in Privathaushalten noch seltener, da die meisten Haushalte über keinen Starkstromanschluss verfügen. Und wenn, dann sind an diese häufig eher Geräte angeschlossen, bei denen eine 3-polige Sicherung mit B-Charakteristik ausreicht, da die Starkstromverbraucher keine Stromspitzen erzeugen.
Einen 3-poligen C-Automaten findet man vielleicht in privaten Werkräumen mit großen elektronischen Werkzeugen bzw. Maschinen an Festanschlüssen, die im Haushalt aber eher untypisch sind. Oder für die Absicherung von Haustechnik in Mehrfamilienhäusern (Heizung, Pumpen, Fahrstuhl, Vorsicherung, Treppenhausbeleuchtung etc.). Für nahezu alle haushaltstypischen Geräte in Wohnraum, Garage und Garten reichen in der Regel Leitungsschutzschalter mit B-Charakteristik.
- Auslösecharakteristik B: Löst ab dem 5-fachen Nennstrom aus. Typische Sicherung in Privathaushalten und allgemein für Stromkreise von normalen Schuko-Steckdosen und Beleuchtung. Ideal für den Leitungsschutz bei der Versorgung von Verbrauchern mit nur geringen Stromspitzen bzw. Einschaltströmen
- Auslösecharakteristik C: Löst ab dem 10-fachen Nennstrom aus. Typische Charakteristik für 3-polige Automaten, die Drehstromkreise absichern, gerade bei Geräten mit hohen Einschaltströmen (leistungsstarke Maschinen und elektrische Werkzeuge, Motoren). Ebenfalls empfehlenswert bei Stromkreisen mit eher induktiven Verbrauchern mit mäßigen bis hohen Stromspitzen (Beleuchtungsgruppen, große Verbrauchergruppen an einer Steckdose, wie z.B. eine Heimkino-Anlage mit Subwoofer, Surround-System und großem TV-Gerät an einer Steckdosenleiste)
Weitere Auslösecharakteristiken:
- D-Charakteristik
- E-Charakteristik
- Z-Charakteristik
- K-Charakteristik
Diese Charakteristiken werden eher seltener verwendet. Die thermische Auslösung bei Überlast erfolgt bereits beim 1,05-fachen bis 1,20-fachen des Nennstroms. Sie ist also etwas empfindlicher als bei einem B- oder C-Automaten. Bei der Z-Charakteristik ist auch die Empfindlichkeit der elektromagnetischen Auslösung bei Kurzschluss sensibler. Bei einer K-Charakteristik ist sie mit dem 8-fachen bis 14-fachen des Nennstroms jedoch noch träger als bei der C-Charakteristik.
Auslösecharakteristiken für Leitungsschutzschalter im Überblick
Die verschiedenen Abstufungen ermöglichen es, möglichst flexibel auf verschiedene Verbraucher und Stromkreise reagieren zu können. So ist eine flinke Auslösung in Wohngebäuden und der allgemeinen Gebäudetechnik wichtig, führt aber in Fertigungshallen oder auf Baustellen schnell zu Problemen. Und zwar primär aufgrund des Einschaltmoments von großen Elektromotoren. Der Strombedarf beim Einschalten ist also wesentlich höher als der Betriebsstrom im laufenden Betrieb. Ein haushaltsüblicher B-Automat würde in diesen Fällen bei jedem Einschalten auslösen, zum Beispiel bei leistungsstarken Werkzeugmaschinen, Pumpen, Lüftungen oder Beleuchtungsgruppen. Meistens genügt hier die Unterscheidung zwischen B- und C-Charakteristik, doch spezielle Anwendungsbereiche machen eine genauere Abstufung erforderlich.
So steht das "E" der E-Charakteristik für "Exakt". Dabei handelt es sich um selektive Leitungsschutzschalter. Sie können als Vorsicherung mit nachgelagertem Leitungsschutzschalter der B- oder C-Charakteristik verwendet werden. Somit löst nur jene Sicherung direkt vor der Fehlerquelle aus und es wird ausschließlich der fehlerhafte Stromkreis abgetrennt.
Die Z-Charakteristik wird für den Halbleiterschutz und bei hoher Netzimpedanz eingesetzt. Eine hohe Impedanz entsteht bei fehlerhaften Verbindungen, z.B. bei Klemmstellen mit hohem Übergangswiderstand. So ein Übergangswiderstand kann dazu führen, dass ein Kurzschlussstrom in notwendiger Stärke für die elektromagnetische Auslösung einer anderen Charakteristik gar nicht fließen kann, wodurch eine Kurzschlussauslösung nicht funktionieren würde. Deshalb ist der benötigte Überstrom für die Kurzschlussauslösung bei einer Z-Charakteristik niedriger als bei allen anderen Auslösecharakteristiken.
Das "K" der K-Charakteristik steht für "Kraft". Diese wird für besonders leistungsstarke Motoren oder anderweitige Verbraucher mit sehr hohen Einschaltströmen verwendet. Die elektromagnetische Kurzstromauslösung erfolgt teilweise erst ab dem 14-fachen des Nennstroms. Sie werden teilweise für Maschinen mit Schweranlauf, Kondensatoren oder Transformatoren (z.B. Schweißtransformatoren) eingesetzt, wenn C-Automaten nicht ausreichen.
In unserem Sortiment finden Sie ausschließlich B- und C-Automaten, da diese für die meisten Anwendungsbereiche vollkommen ausreichend sind. Die weiteren Charakteristiken finden nur in speziellen Bereichen Anwendung.
| LS-Schalter | Thermischer Auslösung (Überlast) beim x-fachen des Nennstroms | Elektromagnetische Auslösung (Kurzschluss) beim x-fachen des Nennstroms |
|---|---|---|
| B-Charakteristik | 1,13 – 1,45 | 3 - 5 |
| C-Charakteristik | 1,13 – 1,45 | 5 - 10 |
| D-Charakteristik | 1,13 – 1,45 | 10 - 20 |
| E-Charakteristik | 1,05 - 1,20 | 5 - 6,25 |
| Z-Charakteristik | 1,05 - 1,20 | 2 - 3 |
| K-Charakteristik | 1,05 - 1,20 | 8 - 14 |
LS-Schalter 1-polig oder 3-polig?
Neben der Auslösecharakteristik stellt sich bei der Auswahl der richtigen Sicherungen vor allem auch die Frage nach dem notwendigen Nennstromund der einpoligen oder allpoligen Abschaltung.
Die allpolige Sicherung bzw. Ausschaltung (3-polig) wird für Stromkreise mit 400V Drehstrom / Starkstrom empfohlen. Rein theoretisch dürfen auch Drehstromkreise mit drei 1-poligen Sicherungen geschützt werden. Eine gesetzliche Vorschrift für die Verwendung von 3-poligen Automaten gibt es nicht immer. Sicherer ist bei Drehstrom aber die Abschaltung aller Phasen, sobald in einer Phase (z.B. im Zuleiter) ein Kurzschluss oder eine Überlast auftritt. In der Regel werden in Privathaushalten also z.B. Stromkreise für das Aufladen des E-Autos, für Durchlauferhitzer (von 6,5 kW bis 27 kW) oder für den Küchenherd mit einem 3-poligen Sicherungsautomaten abgesichert. Auch Saunaofen oder Solarium und einige elektrische Werkzeuge benötigen Drehstromkreise für den Betrieb. Für steckfertige Mini-Durchlauferhitzer mit 3,5 kW reicht aber zum Beispiel eine Schuko-Steckdose, für 4,4 kW ud 5,7 kW ist ein 230V Festanschluss erforderlich. Hier würde also jeweils eine 1-polige Sicherug genügen. Ein E-Herd ist zwar ein Drehstromverbraucher, wird aber in der Praxis häufig mit drei einzelnen LS Schaltern 1-polig abgesichert. Denn die allpolige Abschaltung hat auch Nachteile. Tritt beispielsweise in einer Herd-Ofen-Kombination ein Problem mit dem Backofen auf, so wären beim Auslösen einer allpoligen Sicherung auch die Herdplatten nicht mehr benutztbar. Wird eine Sicherung mit drei 1-poligen Sicherungen vorgneommen, dann könnten die Platten weiter benutzt werden, selbst wenn die Sicherung der Phase des Backofens ausgelöst hat. Außerdem weiß man so direkt, in wo im Servicefall nach dem Fehler gesucht werden muss. Bei einer allpoligen Abschaltung sucht man zunächst den Fehlerkreis. Auch ein Saunaofen kann theoretisch mit drei 1-poligen Sicherungsautomaten gesichert werden. Für die sichere Arbeit an Leitungen ist hingegen die 3-polige Sicherung von Vorteil. Werden aus einem Drehstromkreis mit einem Neutralleiter mehrere Wechselstromkreise mit je einem eigenen Neutralleiter gebildet, so muss für die Freischaltung des Drehstromkreises jedoch ein 3-poliger Leitungsschutzschalter verwendet werden, der im Fehlerfall alle Leiter abschaltet.
Ein LS Schalter 1-polig sichert die meisten 230V Stromkreise mit Wechselstrom zuverlässig ab. Es ist auch immer wieder Thema, ob man nicht aus einem Drehstromkreis durch die Verwendung von 1-poligen Sicherungsautomaten drei Wechselstromkreise machen kann. Hierzu gibt es verschiedenste Ansichten, VDE-Empfehlungen und individuelle Vor- und Nachteile. Sicherer ist grundsätzlich die 3-polige Abschaltung bei Drehstrom, auch wenn man dann trotz Fehlerfall in nur einer Phase mal komplett im Dunkeln sitzt oder nicht mehr kochen kann.
- Sicherung 1-polig: Typische Sicherung für haushaltsübliche 230V Stromkreise mit Wechselstrom. Kann teilw. auch für die Absicherung von 400V Drehstromkreisen verwendet werden, z.B. bei einem E-Herd oder Durchlauferhitzer. Wird aber aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen, auch wenn es in der praktischen Anwendung Vorteile bieten kann
- Sicherung 3-polig: Allpolige Sicherung für die gleichzeitige Ausschaltung aller Phasen in 400V Drehstromkreisen, sobald in einer Phase ein Fehler auftritt. Auch kann man festhalten, dass alle Maschinen und Systeme mit einem 3-poligen Leitungsschutzschalter abgesichert werden sollten, bei denen der Ausfall nur einer Phase zu Betriebsstörungen führen kann, also zu Schäden des Verbrauchers. Ein Herd funktioniert auch ohne Backofen, aber bei Motoren, Steuerungssystem und ähnlichem kann das schon anders aussehen.
Die typische 16 Ampere Sicherung 1-polig und 3-polig:
16A, 25A oder 32A - darf ich Sicherungsautomaten einfach austauschen?
16A Sicherungen in 1-poliger Ausführung mit B-Charakteristik sind die gängigsten LS-Schalter für den Privathaushalt und werden zur Absicherung der Stromkreise mit Beleuchtungen und Steckdosen verwendet, an die haushaltstypische Verbraucher wie Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher usw. angeschlossen sind.
Leitungsschutzschalter mit höheren Nennströmen - etwa 20A oder 25A - müssen vereinzelt für Verbraucher mit höherer Last eingesetzt werden, zum Beispiel für Herd oder Boiler. Der Bemessungsstrom der eingesetzten Sicherungsautomaten darf dabei nicht höher sein als die maximal zulässige Strombelastbarkeit der Steckdosen und Leitungen.
32A Sicherungen kommen in Privathaushalten kaum bzw. eher in der Vorsicherung und Absicherung von Haustechnik zum Einsatz (Heizung, Pumpe, Vorzählersicherung etc.). Selbst für Starkstromanschlüsse in Privathaushalten kommen eher 3-polige 16A, 20A oder 25A Sicherungen zum Einsatz. Ein Leitungsschutzschalter mit 32 Ampere Nennstrom wird für Baustellen (z.B. für einen Kran) oder besonders leistungsstarke Maschinen und elektrische Werkzeuge verwendet.
Dementsprechend darf man auch keine 16A Sicherung gegen eine 32A Sicherung austauschen, weil man aus seinem Wohnzimmer spontan einen Werkraum machen möchte und sich nun ein Schweißgerät zugelegt hat. Tauscht man die Sicherungen einfach aus, dann besteht die Gefahr einer anhaltenden Überlast. Denn die Wandleitungen in Wohnräumen (i.d.R. 1,5mm2 bis 2,5mm2) sind für diese Stromstärken nicht ausgelegt und dürfen in der Regel mit maximal 16A belastet werden. Liegt der Bemessungsstrom der Leitungsschutzschalter aber weit darüber, so löst die Sicherung gar nicht oder viel zu spät aus, da die Wärmeentwicklung für das Verbiegen des Bimetalls nicht ausreicht und die Stromstärke auch den elektromagnetischen Mechanismus nicht zur Auslösung bringt. Selbst bei einem Kurzschluss könnte die rechtzeitige Auslösung dann ausbleiben. Das Problem wird umso größer, wenn statt eines B-Automaten versehentlich ein träger C-Automat verbaut wird, der erst bei doppelt so hohen Stromstärken auslöst wie ein B-Automat.
Genau aus diesem Grund werden flinke B-Automaten mit einem niedrigen Bemessungsstrom von 10A (eher im Altbau bei 1,5mm2 Leitungen) oder 16A (bei 2,5mm2 Leitungen) in Wohnhäusern verwendet. Tauscht man nun die Sicherung aus, weil die die vorhandene 10A oder 16A Sicherung ständig auslöst, zum Beispiel beim Einschalten eines Gerätes mit hohem Anlaufstrom (z.B. ein Punktschweißgerät), oder weil zu viele Geräte an einem Stromkreis hängen, dann kann es zu Bränden und anderen Unfällen kommen. Die Isolierung der Leitungen kann aufgrund der anhaltenden Überlast durch zu hohe Stromstärken schmelzen, wenn die Sicherung nicht auslöst, weil der Bemessungsstrom zu hoch ist. Im schlimmsten Fall entsteht ein Kabelbrand.
Ebenfalls kann man auch nicht einfach die Schuko-Steckdose gegen eine Starkstromsteckdose austauschen. Denn die Zuleitungen sind seinerzeit entsprechend dimensioniert worden. Auch beim gemeinsamen Tausch von Steckdose und Sicherung besteht weiterhin große Gefahr für die Wandleitungen. Zusätzlich müssen seit einigen Jahren alle Steckverbindungen von 16A bis 32A ergänzend mit FI-Schutzschaltern abgesichert werden. Nicht alle Sicherungskästen bieten den notwendigen Platz dafür. Hier müssen also eventuell auch zusätzliche Verteilerkästen installiert werden.
Wenn also Geräte mit höherer Last in einer Garage, im Keller oder auch im Wohnzimmer betrieben werden sollen, dann sind Arbeiten an Leitungen, Steckdosen und Sicherungskasten notwendig, die ausschließlich ein Elektriker ausführen darf.
32A Sicherungen kommen primär in Industriebetrieben, z.B. in Werkhallen mit mehreren Schweißgeräten zum Einsatz. Also dann, wenn "Starkstrom" bzw. Drehstrom fließt. Hierfür werden außerdem 3-polige Leitungsschutzschalter eingesetzt, die im Fehlerfall alle drei Phasen gleichzeitig abschalten. Im Privatbereich kommt man an diesen Verbrauch eigentlich nicht heran und arbeitet auch seltener mit Drehstrom. Der Einsatz von 32A Sicherungen wäre hier sogar gefährlich, da die Leitungen so bei zu hoher Stromstärke (bei Überlast oder Kurzschluss) nicht mehr geschützt wären, da die Sicherung nicht auslöst. Vereinzelt kommen aber auch in Privathaushalten Sicherungen mit hohen Bemessungsströmen wie 25A oder 32A zum Einsatz, jedoch eher für einzelne Stromkreise spezieller Verbraucher, z.B. für Durchlauferhitzer oder einen stark ausgelasteten Werkraum oder Waschkeller. Auch Baufirmen freuen sich über einen 32A Anschluss, z.B. wenn ein Kran betrieben werden muss, oder beim Einsatz einer Mittelfrequenz Steinsäge. Doch die wenigsten Haushalten verfügen über einen solchen Anschluss. In solchen Fällen legen Elektriker ein Provisorium.
10A Sicherungen kommen übrigens immer seltener zum Einsatz. Häufig werden sie in Altbauwohnungen und allg. in älteren Häusern verwendet. Allerdings berichten viele Elektroinstallateure immer wieder, dass in vielen Haushalten die verwendeten 16A Sicherungsautomaten eigentlich gegen 10A Automaten ausgtauscht werden müssten. Denn bei den Kabeln, die mit 16A abgesichert werden, handelt es sich häufig um 1,5mm² Kabel. Eigentlich sollten 16A LS Schalter aber eher für 2,5mm² verwendet werden. Dementsprechend müssten vielerorts entweder die Sicherungen oder die Kabel getauscht werden.
Welchen Nennstrom für welche Geräte:
- Übliche Haushaltsgeräte: 10A – 16A
- CEE-Stecker: 16A
- Herd & Kühlschrank: 25A
- Industriele Anwendung: ab 32A
Warum LS-Schalter eigentlich keine Sicherungen sind
Weitläufig werden moderne elektrische Leitungsschutzschalter bzw. Sicherungsautomaten immer noch als Sicherung bezeichnet. Auch gängige Online-Shops sprechen bei LS-Schaltern nach wie vor von Sicherungen. Doch streng genommen ist das falsch. Mit dem Begriff Sicherung bezeichnet man eigentlich ausschließlich die alten Schmelzsicherungen mit thermischer Auslösung, die nach dem einmaligen Auslösen (Durchbrennen / Schmelzen) ausgetauscht werden mussten. Von ihnen stammt auch die Formulierung "Die Sicherung ist durchgebrannt.". Hat es einmal aufgrund von Überlast geknallt, dann war die Sicherung geschmolzen und der Strom weg. Hatte man keine Ersatzsicherung im Schrank, dann saß man erstmal im Dunkeln oder versuchte sich in abenteuerlichen Reparaturmethoden. Aber haben Sie heute noch Ersatzsicherungen für diesen Fall im Schrank? Wahrscheinlich nicht. Denn sie werden für heutige Leitungsschutzschalter nicht mehr benötigt.
Moderne LS-Schalter funktionieren anders. Wenn sie auslösen und einen Stromkreis trennen, dann können sie danach einfach wieder eingeschaltet werden. Im Gegensatz zu klassischen Sicherungen können sie somit auch zum manuellen Ein- und Ausschalten von Stromkreisen verwendet werden, z.B. im Notfall oder wenn eine neue Deckenlampe montiert, oder ein Haushaltsgerät repariert oder angeschlossen werden soll. Doch das ist nicht der einzige Unterschied. Leitungsschutzschalter haben noch viele weitere Vorteile gegenüber klassischen Sicherungen bzw. Schmelzsicherungen.
Unterschiede zwischen Sicherung und Leitungsschutzschalter:
- Eine Sicherung arbeitet ausschließlich nach elektrischen und thermischen Eigenschaften der leitenden Materialien, weshalb sie nur vor Überlast schützt. Leistungsschalter arbeiten nach dem Elektromagnetismus- und Schaltprinzip und verfügen zusätzlich über einen thermischen Auslöser (Bimetall-Schalter, der sich bei zu hoher Stromstärke verbiegt). Somit schützen sie nicht nur vor Überlast, sondern auch vor Kurzschlüssen.
- Eine klassische Sicherung besteht aus Glas, Porzellan oder Kunststoffmaterial und enthält ein dünnes Drahtstück. Fließt ein Überstrom durch den Stromkreis, dann schmilzt die Sicherung und unterbricht den Stromkreis. Jedoch müssen solche Schmelzsicherungen gewechselt werden, nachdem ein Fehler aufgetreten ist. Sicherungsautomaten arbeiten mit verschiedenen Auslösern, nämlich mit einem elektromagnetischen Schnellauslöser (Spule) für Kurzschlüsse und einem thermischen Auslöser (Bimetall) für Überlast. Der Bimetall Auslöser schmilzt nicht, sondern verbiegt sich und kehrt nach dem Unterbrechen des Überstroms in seine Ausgangsform zurück. Somit können Leistungsschalter nach dem Auslösen einfach wiederverwendet werden, indem man den Hebel im Sicherungskasten betätigt.
- Tauscht man eine Schmelzsicherung aus obwohl der Fehler noch nicht behoben ist, dann entsteht ein gefährlicher Lichtbogen. Dieser kann zu erheblichen Verletzungen führen. Wird ein Leitungsschutzschalter nach einem Kurzschluss wieder eingeschaltet, obwohl das Problem noch besteht, dann sorgt die Freiauslösung dafür, dass der Stromkreis auch beim Betätigen, Blockieren oder Festhalten des Schalthebels sofort unterbrochen wird bzw unterbrochen bleibt. Im Kurzschlussfall wird der Lichtbogen in die sog. Löschkammer geleitet, welche diesen aufnimmt bis er erlischt und der Stromkreis sicher abgeschaltet wurde. Schlitze oberhalb der Löschkammer ermöglichen das Austreten heißer Gase und der ionisierten Luft. Kommt es nach dem Einschalten des LS-Schalters erneut zu einem Kurzschluss, so wiederholt sich der Vorgang. Bei einer Schmelzsicherung übernimmt Quarzsand das Löschen des Lichtbogens. Besteht der Kurzschluss jedoch beim Austausch der Sicherung fort, so entsteht der Lichtbogen beim Herausnehmen der durchgebrannten Sicherung erneut.
- Bei Sicherungsautomaten kann es beim Austausch der durchgebrannten Schmelzsicherung außerdem zu einer gefährlichen Falschabsicherung kommen. Wird versehentlich oder wissentlich eine ungeeignete Ersatzsicherung verwendet (z.B. weil kein passender Ersatz zur Hand war), z.B. mit höheren Nennstromstärken oder trägeren Kennlinien, sind Geräte oder Apparate anschließend nicht mehr ordnungsgemäß vor Überstrom geschützt.
- Dadurch kann ein Leitungsschutzschalter auch manuell als Ein-Aus-Schalter verwendet werden, ein Sicherungsautomat hingegen nicht.
- Die Kennlinie einer Sicherung unterliegt altersbedingten Veränderungen, wodurch sie sich verschiebt und es zu Fehlauslösungen kommt. Ein LS Schalter unterliegt diesen Veränderungen nicht.
- Leitungsschutzschalter sind platzsparender
Doch klassische Sicherungen haben nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile gegenüber Leistungsschaltern. Bei der alltäglichen Absicherung von Stromkreisen in Betrieben und Haushalten spielen diese jedoch kaum eine Rolle. Schmelzsicherungen werden beispielsweise noch zum Schutz von Überstrom innerhalb von fest verbauten Geräten wie Boilern oder als Vorsicherung für Unterverteiler verwendet. Denn sie sind wesentlich günstiger, werden nicht durch die Umgebungstemperatur beeinflusst und funktionieren vollautomatisch. Der automatische Betrieb von Leitungsschutzschaltern erfordert ein Relaissystem. In Neubauten werden generell LS Schalter oder kombinierte LS/FI Schalter installiert.
Vorteile von Leitungsschutzschaltern auf einen Blick:
- Platzsparend
- Können sofort wiederverwendet werden
- Da nach dem Auslösen kein Austausch notwendig ist, besteht keine Gefahr einer Falschabsicherung oder der Entstehung eines Lichtbogens beim Wechsel
- Schützt vor Überstrom und Kurzschluss
- Die Freiauslösung trennt den Stromkreis im Falle eines Kurzschlusses auch dann, wenn der Hebel blockiert oder wieder eingeschaltet wird
- Kann auch für das manuelle Ein- und Ausschalten von Stromkreisen verwendet werden
- Unterliegt keinen altersbedingten Verschiebungen der Kennlinie, wodurch keine Fehlauslösungen entstehen
- In Drehstromkreisenist ein allpoliges Abschalten möglich, auch wenn nur in einer Phase ein Fehler besteht
Obwohl die Unterschiede so groß sind, meinen die meisten Menschen bei der Verwendung des Begriffs "Sicherung" eigentlich Leitungsschutzschalter und Sicherungsautomaten. Deshalb verwenden auch wir den Begriff teilweise in unserem Shop, um zu den entsprechenden Produkten auffindbar zu sein. Allerdings nicht ohne die Unterschiede zu erklären.
Bei LS Schaltern handelt es sich um zentrale Elemente für jeden Sicherungskasten, die sich optimal zum schnellen und einfachen Anbau von Zusatzkomponenten wie Hilfsstrom- und Fehlersignalschaltern eignen. In unserem Online-Shop für die Elektroinstallation & Elektromaterial kaufen Sie Sicherungsautomaten 1-polig und 3-polig, für die Bemessungsströme 10A, 16A, 20A, 25A und 32A und mit den Auslösecharakteristika Typ B oder C. Es handelt sich um Leistungsschalter für die Elektroinstallation im Niederspannungsbereich von 230V/400V.
Wie funktioniert ein Leitungsschutzschalter genau?
Er verfügt über verschiedene Auslösemechanismen:
- Überlast: Wird der durch die Angabe 10A, 16A, 20A, 25A, 32A etc. vorgegebene Bemessungsstrom, auch als Nennstrom bezeichnet, für einen bestimmten Zeitraum überschritten, schaltet sich der LS Schalter ab. Der Auslösezeitraum ist variabel, abhängig von der Stärke des Überstroms. Die Funktion dahinter: Ein in den Leitungsschutzschalter eingebauter Bimetallstreifen verbiegt sich aufgrund der Wärmeentwicklung bei Überstrom und löst so die Sicherung aus.
- Kurzschluss: Entstehen entsprechend hohe Kurzschlussströme (prospektiver Kurzschlussstrom) durch die Netzimpedanz, löst der Elektromagnet die Abschaltung in wenigen Millisekunden aus, sobald er vom Kurzschlussstrom durchflossen wird. Der Lichtbogen wird von der Löschkammer aufgenommen, von wo aus die ionisierte Luft und die heißen Gase entweichen können.
- Manuelles Abschalten: Jeder kennt das, zum Beispiel für das Anschließen eines neuen Gerätes, oder das Montieren einer Lampe. Der Kippschalter an der Vorderseite des LS-Schalters wird nach unten gedrückt und der Stromkreis so manuell unterbrochen.
- Zusatzmodule: Weitere Auslösemechanismen können mit Zusatzmodulen realisiert werden, indem man diese neben dem jeweiligen Sicherungsautomaten installiert. Zu nennen wären hier z.B. Unterspannungs- und Arbeitsstromauslöser, FI-Schutzschalter oder Hilfsschalter.
- Freiauslösung: Einer der wichtigsten Auslösemechanismen eines LS-Schalters, der außerdem unbeeinflussbar ist. Hierunter versteht man eine Auslösung trotz Betätigung des Schalthebels oder seinem Verharren in der Ein-Position (z.B. wegen bewusster Manipulation), sofern ein Kurzschluss existiert. Die Sicherung muss so manuell einmal aus- und eingeschaltet werden, wodurch die Aufmerksamkeit auf einen Fehler im Stromkreis gelenkt wird.
So sieht ein Sicherungsautomat von Innen aus
Wenn man verstehen möchte, wie ein Leitungsschutzschalter funktioniert, muss man sein Inneres betrachten. Der genaue mechanische Aufbau unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller ein wenig, doch die Grundfunktionalität ist immer dieselbe. Bei der Abbildung handelt es sich um eine ABB B16 Sicherung 1-polig, welche über eine Creative Commons Attribution 3.0 Lizenz verfügt. Die Nummerierungen und Beschriftungen wurden durch unsere Redaktion ergänzt.
Zunächst wird ein Sicherungsautomat über die sog. Rastnasen auf einer DIN Hutschiene installiert. In der Abbildung sitzt der Sicherungsautomat bereits auf einer solchen Installationsschiene. Die Abbildung ist um 90 Grad gedreht. Der Schalthebel (1) würde sich also normalerweise links oder rechts am Bildrand befinden, während die Hutschiene, aktuell am unteren Bildschirmrand, sich am gegenüberliegenden Rand befinden würde.
Über die Kabeleinführungen werden Leitungen eingeführt und mit der Klemmschraube fixiert (13). Sie ist dann mit dem beweglichen Teil des Schaltkontaktes verbunden (7). Solange dieser geschlossen ist, fließt Strom. Das funktioniert, da der unbewegliche Teil des Schaltkontaktes mit dem linken Anschluss des Elektromagneten verbunden ist (4). Auf der rechten Seite ist dessen Spule an das untere Ende des Bimetall-Streifens (12) angeschlossen. Im oberen Teil ist der Bimetall-Streifen mit einer beweglichen Leitung verbunden, die zur rechten Kabeleinführung bzw. Anschlussklemme führt (13).
Sämtliche Auslösemechanismen sind somit direkt oder indirekt mit dem Schaltkontakt verbunden. Befindet sich der Schalthebel in der "On"-Stellung ist dieser geschlossen - Strom kann fließen. Zudem ist der Schalthebel nicht fest mit dem Schaltkontakt verbunden. Das ist für die Freiauslösung (5) notwendig, welche den Schutz vor Überlast und Kurzschluss auch dann gewährleistet, wenn das Umspringen des Schalthebels blockiert ist bzw. dieser trotz Fortbestehen des Fehlers in die "On"-Stellung gestellt wird.
Kommt es nun durch dauerhaften Überstrom zu einer Bewegung des Bimetall-Streifens, oder zum Auslösen des Elektromagneten bei Kurzschluss, wird der Auslöser (2) bewegt und der Schaltkontakt geöffnet. Der Stromfluss wird unterbrochen. Aber wie funktionieren diese Auslösemechanismen im Detail?
Thermische Auslösung bei Überlast durch Bimetall-Streifen
Überlast kann lange Zeit unbemerkt bestehen. Ein häufiger Grund: Mehrfachsteckdosen, Steckdosenleisten und Verlängerungskabel werden mehr als ausgereizt und immer mehr Verbraucher werden an einen Stromkreis angeschlossen. Anders als bei einem Kurzschluss kommt es also nicht sofort zu einer deutlichen Überschreitung des Bemessungsstroms, sondern die Last steigt eher langsam aber kontinuierlich an.
Irgendwann wird der Grenzwert des LS-Schalters überstiegen, was sich durch eine Wärmeentwicklung äußert, die zur Verformung des Bimetall-Streifens führt. Der untere Teil des Bimetall-Steifens ist unbeweglich und fest mit der rechten Seite der Spule des Elektromagneten verbunden. Doch der obere Teil ist beweglich. Je nach Stromstärke biegt sich dieser Bereich deshalb mehr oder weniger nach rechts. Ab einem bestimmten Grad der Verformung, hervorgerufen durch die zunehmende Wärmeentwicklung, die beim Überschreiten des Bemessungsstroms stattfindet, wird der Rasthebel betätigt (9). Dadurch wird der Auslöser aktiviert und der Schaltkontakt geöffnet. Die Sicherung kann erst wieder eingeschaltet werden, wenn der Bimetall-Streifen abgekühlt ist.
Elektromagnetische Auslösung bei Kurzschluss
Ein anderer Fall liegt bei einem Kurzschluss vor. Der Strom zwischen Plus- und Minuspol fließt ohne Widerstand durch einen Verbraucher. Dadurch entstehen sehr hohe Stromstärken, die in wenigen Sekunden zu einem Kabelbrand führen können. Der Auslösemechanismus des Bimetall-Streifens greift hier viel zu langsam. Deshalb kommt in diesem Fall die elektromagnetische Auslösung zum Einsatz.
Das durch die Spule erzeugte Magnetfeld ist bei entsprechend hohen Strömen so stark, dass der Spulenkern (11) angezogen wird. Dadurch wird die Wippe (10) in Bewegung versetzt. Diese ist über einen Zapfen (8) direkt mit dem Rasthebel verbunden. Dieser wird betätigt und dadurch löst dieselbe Verriegelungsmechanik aus, die auch durch den Bimetall-Streifen bei Überlast aktiviert wird. Der Schaltkontakt wird geöffnet und der Stromfluss unterbrochen.
Der elektromagnetische Auslöser wird durch eine weitere Funktion unterstützt. Auf der linken Seite der Spule befindet sich ein Kunststoffteil, welches nicht durch das Magnetfeld angezogen wird. Durch die Bewegung des Spulenkerns auf der rechten Seite wird dieses T-förmige Element gegen den Schaltkontakt gedrückt, was diesen ebenfalls öffnet.
Da hohe Fehlerströme Lichtbögen erzeugen können, müssen diese gelöscht werden, da der Schaltkontakt sonst schmelzen bzw. verbrennen könnte. Zudem können solche Lichtbögen zum Tod führen, wenn eine Sicherung wieder eingeschaltet wird, obwohl die Fehlerquelle für Überlast oder Kurzschluss noch nicht beseitigt wurde. Deshalb wird dieser Lichtbogen in eine Deionisationskammer bzw. Löschkammer (6) geleitet. Dort wird er abgekühlt und beim nächsten Nulldurchgang gelöscht. So kann der LS-Schalter sofort wieder eingeschaltet werden, sofern die Fehlerquelle für den Kurzschluss behoben wurde.
6kA Leistungsschalter bei Kurzschluss – Energiebegrenzungsklasse 3
Der Wert 6kA / 6000A ist wichtig für die Auslösung des Leistungsschalters bei Kurzschlüssen. Das Abschaltvermögen eines Leitungsschutzschalters wird auch als Bemessungs-Kurzschluss-Ausschaltvermögen bezeichnet. Der Mindestwert laut TAB (Technische Anschlussbestimmungen) hierfür liegt in Deutschland und Österreich bei 6000A, was dem Standard für Wohn- und Bürogebäude, so wie dem Kleingewerbe entspricht. Somit entsprechen all unsere Sicherungen dem vorgeschriebenen Standard in diesem Bereich. Auch die Anforderungen an die Energiebegrenzungsklasse 3, im Rahmen der Anforderungen an die Kurzschlussstrombegrenzung für Leitungsschutzschalter bis 32A, werden erfüllt und entsprechen Selektivitätsklasse 3 („hohe Anforderungen“). Eine hohe Energiebegrenzung bewirkt eine hohe Selektivität zu vorgeschalteten Schmelzsicherungen und schützt die Anlage so vor elektromagnetischen Einwirkungen. Der Kurzschlussstrom wird so auf einem niedrigen Wert gehalten. Die Energiebegrenzungsklasse unserer Sicherungsautomaten entspricht dem besten Wert aller verfügbaren Selektivitätsklassen.
- Normen: DIN EN 60898-1, IEC 60898-1, VDE 0641-11, DIN VDE 0100
- Berührungsschutz nach DIN VDE 0106 Teil 100
Unterschied zwischen LS-Schalter und FI-Schutzschalter
In Feuchträumen, im Außenbereich und bei Starkstrom sind - ergänzend zu Sicherungsautomaten - sog. Fehlerstromschutzschalter (kurz: FI-Schalter) Pflicht. Während LS-Schalter lediglich die Leitung auf die entsprechenden Grenzwerte prüft und im Ernstfall den Stromkreis trennt, prüfen FI-Schalter zusätzlich den gesamten Stromkreis. Sie erfassen also, ob der Strom, der über die Phase fließt, auch über den Null-Leiter zurückfließt und ob dieser im Falle eines Unfalls bzw. Fehlers auch über den PE-Schutzleiter in die Erde abfließt. Fließt nun mehr Strom über die Phase in den Stromkreis hinein, als über den Null-Leiter zurückkommt, löst der Fehlerstromschutzschalter ab einem gewissen Grenzwert aus und unterbricht den Stromkreis.
Ein solcher Fehlerstrom kann zum Beispiel dann entstehen, wenn versehentlich eine Leitung angebohrt wird. Der über die Phase in den Stromkreis eingespeiste Strom fließt nun teilweise über den Bohrkopf und schließlich über den Schutzleiter der Bohrmaschine in die Erde ab. Dementsprechend fließt weniger Strom über den Null-Leiter des Stromkreises zurück, als vorher eingespeist wurde. Der FI-Schalter löst aus und schützt so Personen, Verbraucher und Leitungen vor Schäden.
Wie viele Steckdosen kann ich mit einem 16A Sicherungsautomaten absichern?
Die meisten von Ihnen düften schon einmal die Erfahrung gemacht haben, dass die bekannte "Sicherung rausfliegt". Das liegt daran, dass es keine gesetzlichen Vorschriften dafür gibt, wie viel Steckdosen man mit einem Sicherungsautomat 16A absichern kann. Denn hier spielen zu viele Faktoren eine Rolle. Jedoch gibt es Erfahrungswerte, die bei der Planung des Leitungs- und Anlagenschutzes berücksichtigt werden sollten. Hier sind vor allem die sog. HEA Ausstattungswerte für Wohngebäude zu nennen, die sich nach gesetzlichen Richtlinien und DIN- und VDE-Normen richten. Hier wären insbesondere die Anforderungen der RAL-RG 678 zu beachten (Download HEA-Broschüre RAL-RG 678). Auch die DIN-Normen DIN 18015-2 zur Mindestausstattung, so wie die DIN 18015-4 für die Vorbereitung der Anwendung der Gebäudesystemtechnik sind hier relevant. In Wohnhäusern sind die einzelnen Gerätestromkreise für Normalverbraucher meistens mit 16-Ampere-Sicherungsautomaten abgesichert.
Beispiel für Sicherungsautomat 16A 1-polig und 3-polig
Mit der Formel P=UxI (Kilowatt (U) = Spannung (U) * Stromstärke (I)). Die Stromstärke wird dabei in Volt angegeben (V) und die Stromstärke in Ampere (A). Nun kann man die maximal zulässige Watt-Leistung der an einen Stromkreis angeschlossenen Verbraucher errechnen, bei deren Überschreiten die Sicherung auslösen würde. Hierzu multipliziert man die Nennspannung mit dem Nennstrom bzw. Bemessungsstrom.
LS Schalter 3-polig (für 400V Stromkreise)
400 Volt x 16 Ampere = 6.400 Watt
LS Schalter 1-polig (für 230V Stromkreise)
230V x 16 Ampere = 3.860 Watt
Daraus ergibt sich, dass an einem Stromkreis, der mit einer 1-poligen 16A Sicherung geschützt wird, insgesamt elektrische Verbraucher bis zu einer maximalen Leistung von 3680 Watt anschließen kann. Bei der Überschreitung dieses Wertes löst der Sicherungsautomat entsprechend aus, um den Stromkreis zu unterbrechen. Diese Beispielrechnung macht deutlich, dass die Maximallast also bereits mit einer Steckdose überschritten werden kann, abhängig von den elektrischen Verbrauchern, die über diese Steckdose versorgt werden (z.B. über Steckdosenleisten). In der Regel werden diese Werte aber nicht erreicht, sondern sind wesentlich geringer, weshalb die statistischen Erfahrungswerte für die Planung der Steckdosen und Sicherungen genutzt werden.
Erfahrungswerte für Absicherung der Stromkreise mit 16A LS-Schaltern:
- Einzelsteckdose: 200 bis 300 Watt
- Doppelsteckdose: 300 bis 500 Watt
- Mögliche maximale Gesamtlast (Formel) von 3.680 Watt durch Einzellasten auf Basis der Erfahrungswerte teilen. Nun erhält man die Anzahl der Steckdosen pro Sicherung
Beispiel: Ein Schlafzimmer hat zwei Doppelsteckdosen und zwei Einzelsteckdosen. Das entspricht einer Gesamtlast von 1.000 bis 1.600 Watt. Nun teilen wie die Gesamtlast durch diese Werte und gehen für einen kleinen Puffer von einer maximalen Gesamtlast von lediglich 3.600 Watt aus:
3600 Watt / 1.600 Watt = 2,25
Mit einem Sicherungsautomat 16A 1-polig könnte ich also rund 2 Steckdosen absichern. Gehe ich von den niedrigeren statistischen Erfahrungswerten aus, so kann ich sogar 3,6 Steckdosen mit einer solchen Sicherung absichern (3600 Watt / 1000 Watt). Für das Schlafzimmer im Beispiel sollten Sie dementsprechend zwei Sicherungen verwenden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass diese Rechnung bereits bei einem Verbraucher mit hoher Last hinfällig sein kann.
Tipp: für spezielle Haushaltsgeräte wie den Herd oder Durchlauferhitzer sollte man prinzipiell 25A Leitungsschutzschalter oder höher verwenden, z.B. den ECO Sicherungsautomat 3-polig B 25A.
Dank Schutzart IP20 sind sie u.a. für eine Umgebungstemperatur zwischen -25°C bis +45°C geeignet. Allerdings verfügen sie über keinen gesonderten Schutz vor Spritzwasser oder Sprühwasser und sollten in Feuchträumen ausschließlich in einem Feuchtraumverteiler IP65 installiert werden.
Darf ich einen defekten Sicherungsautomaten selber wechseln?
Nein. Austausch und Anschluss eines defekten Sicherungsautomaten sind gefährliche Eingriffe in die Elektroinstallation und dürfen nur von Fachkräften vorgenommen werden. Von der Freischaltung, über das Abdecken benachbarter und unter Spannung stehender Teile, bis hin zur Erdung, dem Überprüfen der Spannungsfreiheit und der Sicherung gegen versehentliches Wiedereinschalten ist eine Menge zu beachten. Sie können jedoch den richtigen Sicherungsautomat nachkaufen. Jeder LS-Schalter verfügt über eine sichtbare Beschriftung bezüglich Nennstrom (10A, 16A usw.) und Auslösecharakteristik (meist B oder C, in Privathaushalten primär B).
Welche elektrischen Geräte im Privathaushalt können zur fehlerhaften Auslösung führen?
Gerade der Trend zum Smart Home, Heimkino und "Zockerzimmer" führt - gerade in älteren Wohnhäusern - öfter mal zum Auslösen des LS-Schalters beim Einschalten der Geräte. Nämlich dann, wenn Soundbar, TV, Surroundsystem, LED Beleuchtung oder weitere Geräte an nur einer Steckdosenleiste angeschlossen sind. Das gleiche Bild findet sich auch im Arbeitszimmer bzw. Hobbyzimmer. Häufig sind PC, Laptop, Akkuladegeräte, Soundsystem, Drucker, Modem, mehrere Monitore und vllt. eine Spielekonsole an einer Steckdosenleiste angeschlossen. Das hat natürlich den Vorteil, dass ein Knopfdruck genügt, um alle Geräte ein- und auszuschalten, was z.B. Stromsparen erleichtert. Doch der Einschaltstrom bei so vielen Verbrauchern an einem Stromkreis kann dazu führen, dass der Leitungsschutzschalter auslöst.
Kann ich die Funktionalität eines Leitungsschutzschalters selbst prüfen?
Nur bedingt. Ob der Schalter beim Erreichen der angegebenen Grenzwerte zuverlässig auslöst, kann nur ein Fachmann mit speziellen Messgeräten überprüfen. Privatpersonen ohne entsprechende Fachkenntnisse können lediglich prüfen, ob der Schalter allgemein funktioniert, also den Stromkreis bei manueller Betätigung zuverlässig trennt. Bei häufigen Fehlauslösungen kann man außerdem überprüfen, ob der LS-Schalter sich einschalten lässt, wenn alle Geräte am entsprechenden Stromkreis aus sind. Wenn nicht, dann liegt eine anderweitige Fehlerquelle vor.
Wie reagiere ich nach dem Auslösen eines LS-Schalters richtig?
Der häufigste Grund für das Auslösen eines LS-Schalters in Privathaushalten ist, neben den hohen Einschaltströmen beim Überstrapazieren einer Steckdosenleiste mit diversen Geräten, der Anschluss eines defekten bzw. fehlerhaften Gerätes an einen Stromkreis. Beziehungsweise das Einschalten eines bereits angeschlossenen Gerätes, welches defekt ist. Der erste Schritt ist es deshalb, das letzte, vor der Auslösung eingeschaltete, Gerät wieder auszuschalten bzw. aus dem Stromkreis zu entfernen. Das gilt natürlich auch für die Auslösung beim Einschalten einer Mehrfachsteckdose. Zunächst also Gerät oder Steckdose vom Stromkreis trennen und den LS-Schalter wieder einschalten. Nun kann man Stück für Stück mit der Fehlersuche beginnen und die Geräte nach und nach wieder an den Stromkreis anschließen bzw. einschalten, bis der Schalter erneut auslöst. Lässt sich der LS-Schalter nach dem Auslösen nicht wieder einschalten bzw. bleibt der Stromkreis getrennt, sollte ein Elektriker kontaktiert werden. Unterlassen Sie jedwede Manipulation, welche den LS-Schalter in der eingeschalteten Position hält und ein Ausschalten im Ernstfall verhindert.